AWO NRW fordert Eltern und Angehörige auf, sich gegen das Sterben der sozialen Infrastruktur in NRW zu wehren.

08.11.2023

Mehr als 22.000 Menschen haben vor dem Landtag ein lautes Zeichen für eine auskömmliche Finanzierung der sozialen Arbeit in NRW gesetzt. Die Plenardebatte am 26.10.2023 hat allerdings deutlich gemacht, dass die Mitglieder der regierungstragenden Fraktionen die Zeichen einer der größten Demonstrationen in der Geschichte des Landes nicht hören wollen und ebenso verkennen, dass die Reduzierung von Öffnungszeiten, Schließung von Angeboten und drohende Insolvenzen bei gemeinnützigen Trägern bereits heute Realität ist. Das leise Sterben der sozialen Infrastruktur in NRW hat begonnen und offenkundig ist niemand bereit, dem entgegenzuwirken.

Aus diesem Grund motiviert die Arbeiterwohlfahrt alle Menschen in NRW, sich mit ihrer Sorge um die soziale Infrastruktur direkt an den Landtagspräsidenten zu wenden.
„Die 22.000 Menschen, die sich vor dem Landtag für eine auskömmliche Finanzierung der sozialen Arbeit in NRW stark gemacht haben, waren nur ein Ausschnitt derer, denen die öffentliche Daseinsvorsorge am Herzen liegt: Die Menschen in NRW sind auf verlässliche und hochwertige Bildung ihrer Kinder in Kitas und Offenen Ganztagsschulen angewiesen. Sie können es sich nicht leisten, monatelang nach einem Pflegeplatz für ihre Eltern zu suchen, den sie dann kaum noch finanzieren können. Ihnen ist es nicht egal, wenn chronisch kranke Menschen oder Menschen mit Behinderung keinen Arbeits- oder Therapieplatz finden, sie finden es unverantwortlich, dass Menschen ein halbes Jahr auf Schuldnerberatung warten, und für inakzeptabel, dass Familien-, Sexual- und Migrationsberatungen eingestellt werden müssen. Die ausreichend vorhandenen finanziellen Mittel in diesem Land müssen richtig verteilt und eingesetzt würden, damit sich die Menschen in NRW um die Zukunft ihrer Daseinsvorsorge keine Sorgen machen müssen, sagt Michael Mommer, Geschäftsführer der AWO NRW.

Fassungslos zeigt sich die AWO, über die Aussage von Landtagsmitgliedern, das Land hätte die Tarifsteigerungen bei den Freien Trägern nicht verhandelt und sehe daher keine Veranlassung, die Gehaltssteigerungen zu kompensieren. Gemeinsam mit den Eltern, Angehörigen und Nutzer*innen der sozialen Angebote fordert sie das Land Nordrhein-Westfalen auf, sich seiner sozialen Verantwortung zu stellen. Statt nur mit den Fingern auf Bund und Kommunen zu zeigen, solle es seine Verantwortung gegenüber seinen über 18 Millionen Einwohner*innen wahrnehmen.

 

Brief an die Eltern

Anschreiben Geschäftsführung AWO NRW

Weitere Nachrichten

Meldung vom 14.02.2024
Vor wenigen Tagen fand die Fachtagung der AWO NRW zum Thema Kinder- und Jugendschutz unter dem Motto „Nachhaltige und partizipative Konzepte in der Kinder- und Jugendarbeit - Nur gemeinsam gelingt es!" statt. Mit etwa 100 Teilnehmenden und Referent*innen wurde intensiv über wichtige Aspekte des Kinder- und Jugendschutzes diskutiert. weiterlesen
Meldung vom 23.01.2024
„Was gut gemeint ist, ist nicht gut gemacht“, bewertet Britta Altenkamp (Vorsitzende der AWO NRW) das Festhalten an der Schuldenbremse. „In Bund und Land erleben wir derzeit, wie das Festhalten an der Schuldenbremse die Zukunft unseres Sozialstaates gefährdet. Dringend erforderliche Investitionen in die öffentliche Daseinsvorsorge finden nicht mehr statt und bringen zahlreiche soziale Einrichtungen in eine existenzgefährdende Situation. Davor warnen Träger der Freien Wohlfahrtspflege seit Monaten. Aber es werden keine Konsequenzen daraus gezogen“, kritisiert die Vorsitzende der AWO NRW.weiterlesen
Meldung vom 05.01.2024
Die AWO NRW lädt in Kooperation mit dem Fachverband der offenen Kinder- und Jugendarbeit der AWO und des Jugendwerkes NRW herzlich zum Fachtag „Kinder- und Jugendschutz“ am 7. Februar 2024 in Gelsenkirchen ein. Unter dem Motto „Nachhaltige und partizipative Konzepte in der Kinder- und Jugendarbeit - Nur gemeinsam gelingt es!" steht dieser Tag im Zeichen einer intensiven Auseinandersetzung mit den Rahmenschutzkonzepten für die Jugendsozialarbeit und offenen Kinder- und Jugendarbeit. Wann: 07. Februar 2024Wo: Wissenschaftspark Gelsenkirchenweiterlesen