Die Lage in der Stationären Altenpflege bleibt hochbrisant

14.04.2020

AWO NRW hält Lockerung der Besuchsregelungen in Seniorenzentren derzeit für unverantwortlich

Parallel zu der sich konkretisierenden Corona-Exit-Strategie der Landesregierung, stellt die AWO NRW für die Einrichtungen der stationären Pflege weiterhin einen sehr hohen Schutzbedarf fest.
„In den Seniorenzentren lebt die mit am stärksten durch das Corona-Virus gefährdete Gruppe“, sagt Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer der AWO NRW. Die tragischen Beispiele der vergangenen Tage zeigten, dass sehr alte und multipel erkrankte Menschen besonders häufig an den Folgen von COVID-19 sterben.
Durch den, in der Pflege unvermeidbaren engen Körperkontakt, durch die immer noch schlechte Ausstattung mit Schutzmitteln sowie die unzureichenden Testkapazitäten seien Seniorenzentren strukturell hoch gefährdet.
„Die große Welle von Corona-Infektionen in den Seniorenzentren liegt noch vor uns“, prognostiziert Uwe Hildebrandt. „Ein Shutdown wie in vielen anderen Lebensbereichen war in der Pflege und in Krankenhäusern nicht möglich. Hier wurde und wird mit erhöhtem Einsatz weitergearbeitet. Daraus resultiert eine völlig andere Risikolage als in anderen Bereichen der Gesellschaft“, so Uwe Hildebrandt weiter.
Deshalb sei es gefährlich und unverantwortlich, wenn in der ersten Phase einer Exit-Strategie auch sofort über die Lockerung der Besuchsregelungen für die Seniorenzentren nachgedacht würde.
„Unser Ziel ist und bleibt der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Beschäftigten vor einer Infizierung mit dem Corona-Virus. Unpopuläre Maßnahmen wie die stark reglementierten Besuchsmöglichkeiten sind deshalb auch weiterhin notwendig. Wir würden uns freuen, wenn das Gesundheitsministerium hier mit uns an einem Strang ziehen würde, um die alten Menschen und die Pflegekräfte in dieser gefährlichen Situation zu schützen“, sagt Uwe Hildebrandt.

Insgesamt betreibt die AWO in Nordrhein-Westfalen 132 Seniorenzentren.

Pressemitteilung als PDF

Weitere Nachrichten

Meldung vom 03.07.2020
Die Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege NRW befürchtet, dass eine sich rapide verschlechternde Ausbildungsplatzsituation vor allem benachteiligte Jugendliche trifft. weiterlesen
Meldung vom 23.06.2020
„Wir brauchen jetzt einen Schutzschirm für Kommunen!“ - Diese Forderung des DGB unterstützt die AWO NRW mit allen Kräften. weiterlesen
Meldung vom 19.06.2020
Der aktuelle Arbeitslosenreport der LAG Freien Wohlfahrtspflege beschäftigt sich mit den Lebenslagen geflüchteter Frauen am Arbeitsmarkt. Die zentralen Erkenntnisse sind: Geflüchtete Frauen sind bei Förderungen unterrepräsentiert. weiterlesen
Meldung vom 05.06.2020
Juristische Beratung für Eltern mit geringem Einkommen. Ein Projekt der AWO Mittelrhein und Westliches Westfalen. weiterlesen
Meldung vom 12.05.2020
Gemeinnützige Träger wie die AWO können das austehende Drittel der Pflege-Prämie nicht zahlen weiterlesen
Meldung vom 12.05.2020
Die AWO im westlichen Westfalen hat zum diesjährigen Tag der Pflege einen aus den Reihen derer zu Wort kommen lassen um die es heute geht. Der Rapper ABE ist im bürgerlichen Leben stellvertretender Pflegedienstleister im Friedrich-Krahn-Seniorenzentrum der AWO in Schwerte. weiterlesen
Meldung vom 11.05.2020
Nach Wochen des Besuchsverbots ermöglichten Altenheime in ganz NRW am Muttertag Besuche der Bewohnerinnen und Bewohner. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW zog einen Tag vor dem Internationalen Tag der Pflege (12. Mai) insgesamt eine positive Bilanz des ersten Öffnungstags. weiterlesen
Meldung vom 08.05.2020
Sie sind die Helden der Gegenwart und werden reichlich gelobt - spätestens wieder am kommenden Dienstag zum Internationalen Tag der Pflege (12. Mai). Doch was ist eigentlich mit den versprochenen Bonus-Zahlungen für die Pflegekräfte? weiterlesen
Meldung vom 05.05.2020
Gemeinsam mit weiteren Verbänden und Vereinen fordert die Arbeiterwohlfahrt einen unbürokratischen und pauschalen Zuschuss von 100 Euro für Menschen, die existenzsichernde Leistungen in Anspruch nehmen. weiterlesen
Meldung vom 24.04.2020
Die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Freien Wohlfahrtspflege NRW begrüßt die angekündigten Bonuszahlungen für Mitarbeitende in der sozialen Arbeit und benennt einige Bedingungen. „Corona-Prämien müssen solidarisch finanziert werden, also aus Steuern und Versicherungsbeiträgen. weiterlesen