Veränderte Landesbestimmungen schwächen die Flüchtlingshilfe der Wohlfahrtsverbände massiv

13.10.2020

Die Flüchtlingshilfe der Wohlfahrtsverbände in Nordrhein-Westfalen wird nach Ansicht der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Freien Wohlfahrtspflege massiv geschwächt. Grund ist die Neuausrichtung der Landesförderung, wodurch die Personalkosten in der Flüchtlingsberatung zu einem erheblichen Anteil von den Verbänden selbst übernommen werden müssten. Auch die Psychosozialen Zentren und die Beratungsstellen in den Kommunen sind von den neuen Förderbestimmungen betroffen.

Am 5. Oktober gab das NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) die Neuregelung des Förderprogramms „Soziale Beratung von Geflüchteten“ bekannt. Danach müssten die Wohlfahrtsverbände ab Januar 2021 in der Flüchtlingsberatung in den Landesunterkünften bis zu 15.000 Euro je bewilligter Vollzeitstelle selbst einbringen. Das Land NRW vermindert einfach seinen Finanzierungsanteil an diesen Personalkosten in beträchtlichem Ausmaß.

„Damit wird das gute Zusammenwirken der Wohlfahrtsverbände, Kirchen und Flüchtlingsinitiativen mit dem Ministerium ernsthaft gefährdet“, sagt der Vorsitzende der LAG Freie Wohlfahrtspflege, Dr. Frank Johannes Hensel. „Die Landesregierung ist gefordert, gemeinsam mit den engagierten Kräften in der Arbeit vor Ort die Förderprogrammatik so zu gestalten, dass funktionierende Beratungsstrukturen für geflüchtete Menschen gesichert werden können.“

Auch fachlich greife die Neuregelung zu kurz. So steht beispielsweise die standortübergreifende Fachbegleitung in der Asylverfahrensberatung oder bei Beschwerdestellen auf der Kippe. Würde sie wegfallen, ist die Qualität der Beratung deutlich gefährdet. „Dadurch wird die für den Zusammenhalt der Gesellschaft und für gelingende Integration so wichtige Vermittlungsaufgabe zwischen Flüchtlingen und Behörden in Frage gestellt“, sagt Michael Mommer, Vorsitzender des Arbeitsausschuss Migration der LAG der Freien Wohlfahrtspflege.

Pressemitteilung als PDF

Weitere Nachrichten

Meldung vom 19.02.2020
Wer in der Nachkriegszeit Leid erfahren hat, kann über Betreuungsvereine Hilfe beantragen weiterlesen
Meldung vom 07.02.2020
Fachtag in Bochum: Fachleute diskutieren, wie der Ausstieg aus der Armut gelingen kann weiterlesen
Meldung vom 07.02.2020
Am 27.01. besuchten Vertreterinnen und Vertreter der AWO aus ganz NRW die Ergebnispräsentation der Studie „Rahmenbedingungen bürgerschaftlichen Engagements bei der AWO“ von Dr. Matthias Freise. weiterlesen
Meldung vom 05.02.2020
Erwerbslosenberatungstellen der AWO erweitern ihr Leistungsspektrum weiterlesen
Meldung vom 05.02.2020
„40 Jahre Anti-Gewalt-Arbeit - und kein Ende?!" war das Thema. Mit 120 Teilnehmerinnen eine gut besuchte Fachveranstaltung. weiterlesen
Meldung vom 24.01.2020
Für die Mitglieder und Mitarbeiter kaum fassbar, ist am Mittwochnachmittag unerwartet die langjährige stellvertretende Vorsitzende unseres Bezirks Westliches Westfalen, Gerda Kieninger gestorben.weiterlesen
Meldung vom 22.01.2020
Eine starke Stimme für Alleinerziehende: Für AWO NRW waren Muna Hischma und Christine Robenek (Abteilung Soziales des Bezirksverbandes Westliches Westfalen) zu Gast im Düsseldorfer Landtag. weiterlesen
Meldung vom 17.01.2020
Zu den Durchsuchungen von Wohn- und Geschäftsräumen im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen die AWO Kreisverbände Frankfurt am Main und Wiesbaden erklärt Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes: weiterlesen