AWO NRW fordert Prüfungen des Medizinischen Dienstes (MDK) in Pflegeheimen wegen COVID-19 vorerst auszusetzen

11.03.2020

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Arbeiterwohlfahrt in NRW fordert, in einem offenen Brief an Gesundheitsminister Laumann und den Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS), die Prüfungen des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) in den Seniorenzentren des Verbandes auszusetzen.

Durch die rasche Ausbreitung des Coronavirus COVID-19 sind in den Seniorenzentren der Arbeiterwohlfahrt in NRW zur Zeit alle Kräfte gebunden. Die Beschäftigten sind durch intensivierte Hygienemaßnahmen, umfangreichere Kommunikation mit den zu Pflegenden und deren Angehörigen und Behörden sowie durch die für die Jahreszeit üblichen Krankheitsbilder, wie Erkältung, Grippe oder Norovirus, bereits viel stärker belastet als üblich.

Auch verzeichnen die Seniorenzentren der AWO in NRW einen deutlich erhöhten Krankenstand, da, neben den für die Saison typischen Erkrankungen, die Sensibilität der Beschäftigten, der Einrichtungsleitungen und der Ärzte bei Fällen des Verdachtes einer Infizierung mit COVID-19 gerechtfertigter Weise äußerst hoch ist. Mitarbeitende bleiben also bei Krankheitssymptomen vorsorglich den Seniorenzentren fern.

„Die Überprüfung des MDK, die wir natürlich grundsätzlich nicht in Frage stellen, bindet in der Regel das komplette Leitungsteam und weitere Pflegefachkräfte für zwei Tage“, erklärt Uwe Hildebrandt, Geschäftsführer der AWO NRW. „Deshalb“, so Hildebrandt weiter, „bitten wir den Gesundheitsminister und den MDS die MDK Prüfungen vorerst auszusetzen.“

Offener Brief an das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW - Minister Laumann und MDS als PDF

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